Sophienstraße 70, 60487 Frankfurt / Main
Bericht über die Unterrichtsprojekte
der an der Fortbildung „Kulturelle Praxis” beteiligten Kollegen
der Max-Beckmann-Schule
im Schuljahr 2003/2004
Die Gruppe der MBS hatte am Ende des ersten Jahres „Videofilm im Unterricht” als internen Fortbildungsschwerpunkt des zweiten Jahres festgelegt. Bereits vorher war im Hinblick auf das Fortbildungsprojekt „Kulturelle Praxis” eine digitale Videokamera angeschafft worden. Wir waren uns darin einig, Film als Analysegegenstand und Filmen als kreative Handlung und Methode im Unterricht zu verbinden. Geeignete – wenn nicht notwendige – Voraussetzungen dafür sind:
- eigene Grundkenntnisse im Umgang mit der Videokamera,
- eigene Grundkenntnisse im digitalen Schneiden und Bearbeiten von Videoaufnahmen,
- Kenntnisse einer Analysetechnik / eines Vokabulars für Film / Filmsprache.
Für den sinnvollen Umgang mit Videofilm / Videofilmen sind weiterhin wichtig:
- die Auswahl von Unterrichtsinhalten und Unterrichtssituationen, in denen Videofilm ein geeignetes Thema und / oder Mittel ist,
- die Analyse und Planung der „Infrastruktur”, die für den Einsatz von Videokameras im Unterricht, das heißt u. U. in Kursen mit 20 bis 25 Teilnehmer/innen, nötig ist,
- die Sammlung und Aufbereitung von Anschauungs- und Informationsmaterial, Beispielen und Übungen aus dem Unterricht,
- die Erarbeitung von Beurteilungskriterien für kreative Videoarbeit im Unterricht.
In mehreren Workshops mit W. Sterker und gruppeninternen Fortbildungsterminen wurden Übungen mit der Kamera, digitale Schnitttechnik, Filmanalyse, Planung von Videoprojekten im Kursunterricht der Sek II, Organisation und Verwaltung von Hard- und Software behandelt und z. T. erprobt.
In mehreren Kursen fanden Unterrichtsprojekte zum Themenbereich Film / Videofilmen statt, die weiter unten detaillierter dargestellt sind. Unter anderem ein Projekttag „Videofilm” in einem Kunstleistungskurs der Klasse 12, an dem die gesamte Fortbildungsgruppe teilnahm. Ein Reader mit Texten, Unterrichtsbeispielen und anderen Materialien ist derzeit in Vorbereitung und soll fortlaufend ergänzt werden. Die Projekte im Einzelnen: Lk Kunst 12.2: Unterrichtseinheit Film: Sprache des Films, Herstellung eines kurzen Videofilms Ziel:
Filmstrukturen und wesentliche Merkmale der Bildersprache im Film an Beispielen aus Spielfilmen und Werbevideos analysieren und in eigenem kurzen Video anwenden. Die einzelnen Schritte:
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- empfohlene Gruppengröße: 3 – 4 Schüler/innen.
- Rollen: Regie, Kamera, Schauspieler/innen.
- Die Einstellungen sollen „in die Kamera geschnitten” werden:
- Die Handlung soll exakt geplant und in einzelne Teile (Einstellungen) zerlegt werden.
- Kameraposition und -bewegung und Einstellungsdauer sollen festgelegt werden
- Festlegung der Reihenfolge und Länge der einzelnen Einstellungen,
- Sauberes Schneiden der Einstellungen mit einfachen Übergängen.
- B. Balkenhol: Die Bildsprache des Films. Text und Skizzen.
- Textanalyse, Vokabeln lernen, Filmstruktur und filmtypische Mittel erkennen
- Erste Anwendung am Beispiel eines TV- Videos (Werbung für Mercedes: ein sehr nervöser, hektischer Schnitt, kurze Einstellungen).
- Zweites Beispiel: Einleitungssequenz des Spielfilms „The Player” (Eine Achtminuten-einstellung ohne Schnitt): Beobachten der Kamerabewegungen und des Zusammenhangs von Handlung und Kamerabewegung. Detailliertes Protokoll.
- Drittes Beispiel: TV – Werbung für „Gelbe Seiten”: Handlung – Einstellungsgrößen – Kamerabewegung.
- Kennenlernen der digitalen Videokamera, erste kleine Übungen – zeitgleiches Abspielen am TV-Monitor.
- Planung eines Videofilms in Gruppen (3 – 4 Personen): Thema: Begegnung. Mehrere Einstellungen. Dauer des Films ca 1 Minute.
- Projekttag: Drehtag. Es hatten sich 5 Gruppen gebildet, jede Gruppe hatte eine digitale Videokamera zur Verfügung. Drehorte in der Umgebung der MBS. Die Fortbildungs-gruppe nahm gemeinsam am Projekttag teil und begleitete die Dreharbeiten.
- Vorführung und Diskussion des ungeschnittenen Materials nach Abschluss der Dreh- arbeiten: Die Gruppen stellten ihr Filmmaterial vor. Kursteilnehmer und Lehrergruppe diskutierten Klarheit und Folgerichtigkeit der Handlung und der Kameraeinstellungen. Mögliches Vorgehen beim Schneiden wurde in den Gruppen verabredet.
- Nach dem Projekttag: Schneiden (Nur Grobschnitt):
Alle Gruppen erreichten das Ziel, einen fertig geschnittenen Film in 1 – 2 Min. Länge herzustellen. Vertonung gelang aus Zeitgründen nur ansatzweise in einzelnen Fällen.
Konzeption des Unterrichtsversuchs „Filmsprache und Medien” in 13.2 Ziel:
Herstellung von kleinen Plots zum Einstieg und zur Vertiefung der Filmanalyse und Medienkritik
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- welche Einstellung hat welche Aussage/Wirkung?
- Welche Kameraeinstellung ist für welche Szene/welchen Film geeignet?
- Entwurf eines Plots und eines Drehbuchs
- Bedienung der Kamera, Bedingung: kein Schnitt
- Vorspielen in der Klasse, Kritik und Würdigung der Ergebnisse (was war gelungen, was hätte man anders/besser machen können?)
- Die Schnitte und Schnitttechnik
- Die Kameraeinstellungen/Kamerabewegung/Perspektive
- Verfeinerung der Analysekriterien, Erweiterung der filmsprachlichen Mittel:
- Diskussion über das Kino, die eigenen Kinoerfahrungen, Bedeutung des Kino heute (z.B. Preisträger…)
Komposition. Handlung. Dialoge, Licht/Farben, Montage, Filmzitat etc.)
- die Bedeutung des Bildes (im öffentlichen Raum! in der Politik/in der Literatur/Kultur)
- Die Vervielfältigung der Medien
- Medienkritik früher und heute
- Einfluss der Medien auf Politik und Kultur „Bewusstseinsindustrie”
- Die Ware „Vision”
- Eine Nachricht – drei Sender – ein Vergleich (Mitschnitt eines Schülers)
- Pressefreiheit und Öffentlichkeitsarbeit der Bundesregierung (aktueller Fall: Schröder schließt Journalisten von Reise aus)
- kurze Vorstellung (durch Schüler) von Vorbereitungen für eine Filmproduktion, Erläuterung von Kameraeinstellungen:
- Die Bedienung der Kamera Der Plot in der Klasse, die Klasse ist zugleich Regisseur, Kameramannlfrau und Schauspieler, es wird in die Kamera „hineingeschnitten”
- Der Plot als AG-Arbeit
- Der Werbefilm – Einstieg in die Filmanalyse
- Die Filmsprache am Beispiel: Ein Film – drei Einstellungen. Die Wirkung von filmsprachliche Mitteln auf den Inhalt/die Aussage eines Films (hier kommen hinzu: Dialoge/Musik/Kommentar aus dem 0ff)
- Analyse eines Spielfilms (z.B. LoIa rennt)
- Medien in der Gesellschaft – Medienkritik:
Bericht über die Unterrichtsprojekte
der an der Fortbildung „Kulturelle Praxis” beteiligten Kollegen
der Max-Beckmann-Schule
im Schuljahr 2002/2003
- Szenische Bearbeitung von Goethes „Wahlverwandtschaften” im LOK Deutsch 11
- Nach Lektüre und Interpretation des Romans wurde der Inhalt auf einen „roten Faden” reduziert, Schlüsselpassagen wurden ausgewählt und in Spielszenen umgeschrieben. Aus Spielszenen entstanden Standfotos sowie eine Hörfassung der Szenen und von zwei Schülerinnen wurde mit dem Audio-Bildmaterial eine Power-Point-Präsentation erarbeitet. Das Projekt ist am Schuljahrsende abgeschlossen worden.
| Bildnerische Bearbeitung der Tragödie “Die Räuber” im LOK Kunst Klasse 11 In einer Zusammenarbeit der Fächer Deutsch und Kunst wurde die Lektüre von Schillers “Die Räuber” im Grundkurs Deutsch vom Kunstunterricht aufgegriffen und das Bühnenstück zur Grundlage einer bildnerischen Bearbeitung ausgewählt. Die Klasse wurde im Kunstunterricht entsprechend der Akte in Gruppen aufgeteilt, und zu jedem Akt entstanden 4 Bilder entsprechend der Schlüsselszenen, die ineinander reichten. Die AGs konnten sich für verschiedene Stilausprägungen entscheiden, allerdings mußte auf gewisse inhaltliche Kohärenz, z.B. auf Wiedererkennungseffekte geachtet werden. Eine Plenumsdiskussion ergab die Verabredung, dass die Protagonisten des Stücks charakteristische Attribute (Karl: Feder, Franz: Glasauge)erhalten sollte, die in allen Zeichungen auftauchen mußten. Das Projekt ist so weit gediehen, dass die Entwürfe im Format 1:1 erstellt worden sind. Im folgenden Schuljahr soll nach diesen Entwürfen von jedem Schüler eine Tontafel erstellt werden, ein plastisches Relief, dass als fortlaufender Fries ausgestellt werden könnte. |
| Text – Bild – Text : Ein Interpretationsversuch von zwei Lerngruppen der Jahrgänge 11 und 12 Schüler/innen eines Grundkurses Kunst des Jahrgangs 11 erhielten die Aufgabe, eine Kurzgeschichte mittels einer Collage zu illustrieren. Die Collagen dienten einem Deutsch-Leistungskurs als Grundlage, Kurzgeschichten zu schreiben. Nach einer Vorübung zu Aquarellen des Grafikers Hanns Hillmann zu der Kriminalgeschichte „Fliegenpapier” des amerikanischen Autors Dashiell Hammet stellten die Schüler/innen eine Collage her, die einen Moment, eine Situation der Kurzgeschichte visualisieren sollte. (Merkmale: Personen/Raum/feindselige Atmosphäre). Ohne Kenntnis der Textvorlage erhielten die Schüler/innen eines LK Deutsch 12 eine Auswahl gelungener Collagen mit der Aufgabe, diese in Kurzgeschichten umzusetzen. Die Gegenüberstellung der Schülerergebnisse steht noch aus. |
| Die Text-Bild-Reportage: Eine Zusammenarbeit von LK Kunst 12 und GK 12 Deutsch Die Schülergruppe ist in den beiden Kursen weitgehend identisch, es handelt sich also um ein fächerübergreifendes Projekt in einer Klasse. Das Thema des Kunstunterrichtes – die Dokumentarfotografie – sollte in einer Reportage mit Fotos fiktiver Situationen oder Handlungen und einem Text in der sprachlichen Form eines Zeitungsartikels, der am Ende auch layoutet werden soll, erarbeitet werden. Aus Zeitmangel konnten die Methoden journalistischen Schreibens nicht im Deutschunterricht behandelt und geübt werden. Die Schritte: Plot entwickeln, Rollenbiographie schreiben, Kurzgeschichte abfassen und Fotoserie erstellen -wurden zum Schuljahrsende abgeschlossen. Das Layout der Zeitungsseite soll im folgenden Schuljahr fertiggestellt werden. |
| Split-Screen: Parallelisierung zur Verdeutlichung von Gegensätzen, Visualisierung einer Interpretation von T.C. Boyle, Tortilla Curtain Im Englisch-Unterricht wurde bei der Behandlung des o.g. Textes die Idee entwickelt; man könnte evt. im Kunst-Untericht zwei Video-Sequenzen herstellen, die auf einer Split-Screen abgespielt werden, um zwei Welten zu konfrontieren. Das Projekt konnte nicht verwirklicht werden. |
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Die Projekte wurden von den folgenden Kolleginnen und Kollegen durchgeführt:
Christian Bromig, Elke Crass, Thomas Klein, Inge Pauls, Steffen Schwarz, Ursula Simeth
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