Ludwig-Uhland-Schule – Juni 25th, 2010

Dreiherrnsteinplatz 3, 63263 Neu-Isenburg
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Bericht über die Unterrichtsprojekte der an der Fortbildung
„Kulturelle Praxis” beteiligten Kolleginnen
der Ludwig-Uhland-Schule
im Schuljahr 2003/2004

Jahresschwerpunkt: THEMA ZEIT

  1. Gymnasium trifft Grundschule:
    schulübergreifende Projekte mit dem Rudolf-Koch-Gymnasium in Offenbach
  2. Projektwoche zum Thema Zeit

A. Gymnasium trifft Grundschule

1. Kunstprojekt : Viertklässler und Neuntklässler malen gemeinsam eine Bilderrolle

Während eines ersten gemeinsamen Treffens im Klingspormuseum in Offenbach entstand die Idee, gemeinsam zum Thema Zeit eine Bilderrolle zu bemalen. Dabei sollte jeweils eine Klasse beginnen, anschließend sollte ein Tausch stattfinden und dann die Rolle der anderen Klasse weitergemalt werden. Die jeweilige Fertigstellung erfolgte in der eigenen Klasse. Das Thema Zeit wurde deshalb gewählt, weil es für Grundschüler sowie für Gymnasiasten Möglichkeiten bietet, Ideen zu entwickeln und diese umzusetzen. Zeit bedeutet alles und kann auf vielerlei Weise dargestellt werden. Nach ersten Berichten konnte ich mein viertes Schuljahr sofort für das Thema begeistern. Zunächst sammelten wir zahlreiche Ideen zum Thema. Die Kinder suchten daraufhin nach Bildern, Berichten, Büchern und Sprüchen, die für sie Zeit bedeuteten. Zusätzlich stellte ich ihnen viele verschiedene Farben, Papiere und Materialien zur Verfügung, mit denen sie ihre Ideen verwirklichen sollten. Jetzt standen wir vor zwei großen leeren ausgebreiteten Zeichenrollen, die es mit unseren Ideen zu füllen galt. Der Anfang war schwer, denn keiner traute sich die weiße Fläche zu beschmutzen. Schließlich begannen wir erst einmal damit, die Papierränder zu verändern, denn Zeit ist für uns nichts Gerades. Daraufhin wurden die kleinen Künstler mutiger und bemalten mit Schwämmen den welligen Rand, der damit zum Meer wurde. Immer mehr farbenfrohe Details entstanden im Bild. Dinosaurier trafen auf lange Züge, Steinzeitmenschen und Politiker. Es wurde gemalt, geschnitten, geklebt und gebastelt. Nachdem große Teile des Bildes bedeckt waren, hatten wir genug Mut zu einem Austausch. Wir verschnürten die wertvollen Rollen und tauschten sie mit den Gegenstücken der Neuntklässler. Als wir diese enthüllten, waren die Kinder von den feinen Bleistiftzeichnungen der Neuntklässler so fasziniert, dass sie sich zunächst nicht trauten ihren Farben und Ideen hineinzusetzen. Schließlich vermischten sich aber doch unsere Farben mit den feinen Linien. Ein letzter Austausch fand erst vor kurzem statt, so dass das Endprodukt noch nicht zu besichtigen ist. Es war interessant zu beobachten, wie unterschiedliche Altersstufen mit dem Thema umgehen. Nachdem die Viertklässler mutiger geworden waren, malten sie mit viel Farbe Symbolisches und Geschichtliches und klebten ihre gesammelten Bilder von Weihnachtsbäumen, Uhren, Tierkindern, Kinderbildern, Eisenbahnen usw. dazu. Die Rollen der Neuntklässler wurden mit viel mehr Überlegung zunächst mit Bleistift konstruiert. Auf die Fertigstellung sind wir alle gespannt. 2. Museumsprojekt: Viertklässler und Elftklässler treffen sich im Museum für Moderne Kunst in Frankfurt Das zweite schulübergreifende Projekt, welches im Klingspormuseum geplant wurde, hatte als Grundidee die Andy Warhol Ausstellung „time – capsules”. Schüler beider Jahrgangsstufen sollten sich gemeinsam in Kleingruppen mit Teilen der Ausstellung beschäftigen, indem sie kleine Beiträge zu den Schwerpunkten Kunst oder Deutsch erstellten. Eine erste Begegnung beider Klassen fand bereits vor Weihnachten letzten Jahres im Schulmuseum der Ludwig-Uhland-Schule statt. Die erst kurz zuvor neu eröffnete Ausstellung der Klassen 4a und 2a „Reise ins Weltall” begrüßte die Elfklässler mit ihrem Einstiegsevent. Gemeinsam mit ihrem Projektpartner (Klasse 4b) erstellten sie im Anschluss aus diversen Materialien Weltraumfiguren, die nun unser Museum mit schmücken. Diese erste Begegnung motivierte meine Viertklässler sehr für das anstehende Projekt. Am 25. 4.2004 sollten sich nun beide Klassen im Museum für Moderne Kunst treffen. Während des Kunstunterrichts machte ich dir Kinder mit modernen Künstlern bekannt, die ihre Werke zum Teil im Museum ausgestellt haben, und natürlich auch mit Andy Warhol. Einzelne Techniken wurden ausprobiert. Die Elftklässler, die bereits das Museum besucht hatten, legten im Vorfeld ihre favorisierten Kunstwerke fest. Gemeinsam mit Elmar Gerhardt erarbeitete ich schließlich einzelne kleine Projekte zu diesen Kunstwerken. Zum vereinbarten Termin trafen beide Klassen mit viel Material im Museum ein. Sofort bildeten sich die bereits festgelegten Gruppen. Zunächst führten die „Großen” die „Kleinen” erst einmal durch das Museum, bis sich jeder schließlich mit seinem ausgewählten Kunstwerk beschäftigte ( siehe Anhang ). Zum Schluss wurde jedes einzelne Projekt vorgestellt. Dabei zeigten sich die Viertklässler zurückhaltender, da sie sich in ihrer Argumentation und Darstellungsweise den Elftklässlern unterlegen fühlten. Bei der Arbeit innerhalb der Kleingruppen waren es die Viertklässler, die zunächst spontan ihre Ideen und Gedanken äußerten. Die Umsetzung hierbei erfolgte jedoch auch weitgehend von den Elftklässlern, die in Sprache und Ausdruck naturgemäß wesentlich gewandter sind. Auffallend war die Bereitschaft beider Altersgruppen, sich auf einander einzulassen. Den Kindern der vierten Klasse hat dieser Vormittag sehr viel Spaß gemacht. Die gemeinsame Arbeit mit Elftklässlern öffnete ihr Interesse für Künstler dieser Epoche. Diese Art der Kunstbetrachtung im Museum motivierte sie dazu, in der darauf folgenden Zeit auch am Nachmittag mit ihren Familien Museen zu besuchen. Bis auf kleine organisatorische Ungereimtheiten war der Vormittag sehr gelungen. Gerade für Viertklässler, die kurz vor dem Schulwechsel stehen, sind solche positiven Erfahrungen besonders hilfreich. Sie nehmen ihnen ein bisschen Angst vor dem Neuen und helfen ihnen schon im Vorfeld, sich an die neue Stellung in der anderen Schule zu gewöhnen. B. Projektwoche zum übergeordneten Thema „Zeit” Ziele:
Nachdem wir in den letzten Jahren unsere Projektwoche mit freier Themenwahl der einzelnen Projekte gestaltet hatten, wollten \vir es zunächst einmal einfach „anders” machen. Unter anderem regte uns auch die Kompaktveranstaltung in Weilburg im letzten Jahr an, bei der wir vom Ergebnis der verschiedenen /Arbeitsgruppen zum Thema „Essen” sehr begeistert waren.
Dabei nahmen wir uns folgende Z elsetzung vor:

  • Die Erfahrung, wie vielfältig ein Thema ausgebaut werden kann, sollte zur Erweiterung ästhetischen Wirkens und Erlebens des Einzelnen werden.
  • Mit der geplanten Abschlusspiäsentation hofften wir, das Gruppengefühl in der Schulgemeinde prägen zu können – insbesondere auch bei den Eltern.
  • Zudem sahen wir eine Mögliclikeit, innerhalb des Kollegiums wieder mehr Transparenz der Arbeitsweisen zu erlangen Schwerpunkte und Begabungen des Einzelnen sollten auf diese Art und Weise wieder näher zusammenrücken und für zukünftige Kooperationen im Kollegium nutzbar gemacht werden.

Verlauf:

  • Oktober 2003: Treffen mit A. Pederspiel und W. Sterker:
    • Brainstorming „Zeit”
    • Welche Projekte sind möglich
    • Was ist organisatorisch zu beachten?
  • Februar 2004: Treffen mit A. Federspiel zur konkreten Planung (mit ganzem Kollegium)
  • 3.5.-7.5.2004: Projektwoche zum Thema „Zeit”

In den dazwischenliegenden Wochen brachten wir die Ideen ins Kollegium, beziehungsweise planten die einzelnen Projekte.

Die Projekte wurden von den folgenden Kolleginnen durchgeführt:

Barbara Conrad-Keil und Viktoria Schmitt


Bericht über die Unterrichtsprojekte der an der Fortbildung
„Kulturelle Praxis” beteiligten Kolleginnen
der Ludwig-Uhland-Schule
im Schuljahr 2002/2003

Zusammenfassung des Projekts „Schulmuseum”

Mit Hilfe von KulturMobil entstand im letzten Schuljahr an der Ludwig-Uhland-Schule in Neu- Isenburg ein Schulmuseum, das mittlerweile im Schulprogramm fest etabliert ist. Die Idee entstand während einer Projektwoche in der ein Teil der Kinder einen nur gelegentlich genutzten Werkraum in ein Museum verwandelte. Dieses zur festen Einrichtung zu machen stellte sich für uns zunächst als Problem.

Ideen waren bereits viele vorhanden, die Umsetzung jedoch erwies sich als sehr schwierig. Drei Tage lang arbeiteten wir gemeinsam an einem umsetzbaren Konzept mit Mitarbeitern von KulturMobil. Innerhalb des Kollegiums bildete sich schließlich eine kleine Gruppe, die dem zunächst etwas nüchternen Werkraum ein museumsähnliches Aussehen verlieh. Neue Möbel wurden bestellt, die mittlerweile etwas verblassten Wände gestrichen und ein Termin für die Museumseröffnung festgelegt.

Geplant waren eine Dauerausstellung, die von allen Kindern der Schule mitgestaltet werden sollte, sowie eine Ausstellung von altem Spielzeug in mehreren Glasvitrinen. Die Eröffnung des Museums sollte mit einem Event beginnen, der von einer Klasse geplant und durchgeführt wurde. Ziel war es, Leben in das Museum zu bringen und die Besucher in die Museumswelt mit einzubeziehen.

LUS-Schulmuseum

Da mein drittes Schuljahr zu diesem Zeitpunkt gerade an einem Wettbewerb der „Stiftung Lesen” teilnahm, entschloss ich mich einen Teil unseres bis dahin noch unvollständigen Werkes zu präsentieren. Dabei wurde eine Ecke des Museums in eine märchenhafte Welt des Fliegens verwandelt. Einer unserer grauen Schränke erstrahlte als Rakete mit fluoreszierender Folie und rotem Krepppapier als Feuerschwall. An der Decke bewegten sich verschiedene Fugobjekte, wie Besen, Teppiche kleinere Flugzeuge, Propeller etc. Unter diesem Himmel entstand eine Lesewolke auf zusammengeschobenen Tischen die mit Unmengen weißer Kissen und blauer Glitzerfolle bedeckt waren. Ein großer Bilderrahmen mit weißem Wölkchenstoff bezogen bildete den Eingang zur Wolke. Die Kinder der dritten Klassen hatten bereits schon einige Zeit an einem Buch gearbeitet, das die Reise zweier Kinder zu einer Erfindermesse erzählt. Dabei soll ein selbst entwickelter Helm, der in allen Lebenslagen hilfreich ist, ausgestellt werden. Dieser Helm wurde von den Kindern passend zu ihren Geschichten, die in der Wüste, auf hohen Bergen, im tiefen Meer, im Dschungel, auf dem Mond und in der großen Stadt spielten, entwickelt. Am Tag der Eröffnung wurden nun Teile des Helms und der Geschichten sowie andere selbst entwickelte Helmmodelle ausgestellt. Im Wolkenbett lasen oder erzählten einige Kinder ihre ausgedachten Geschichten. Sphärische Musik lief im Hintergrund. Zum Schluss wurde jeder Klasse ein Helmmodell überreicht. Die Klassen verbrachte jeweils ca. 30 Minuten im Museum. Die Helme wurden ausprobiert die ausgestellten Dinge betrachtet. Die Drittklässler zeigten sich als gute Museumsführer.

Kurz vor den Sommerferien fand bereits ein zweiter Museumsevent verbunden mit neuen Ausstellungen statt. Zwei Patenklassen verwandelten das Museum in das Atelier von Paul Klee. Alle Besucher wurden aktiv zum Künstler. Ein weiterer Event ist für den Herbst geplant.

Die Projekte wurden von den folgenden Kolleginnen durchgeführt:

Barbara Conrad-Keil und Viktoria Schmitt
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