Friedrich-List-Schule – Juni 25th, 2010

Brunhildenstraße 142, 65189 Wiesbaden
E-Mail


Kulturtag an der Friedrich-List-Schule

Am Mittwoch, den 21. Februar 2007, fand an der Friedrich-List-Schule der erste „Kulturtag” statt. Unter dem Motto „4 x 11 = Toleranz” stellten vier der acht elften Klassen des Beruflichen Gymnasiums vielseitige und überraschende Produkte zum Thema „Toleranz” vor, die sie mit Elan und Fantasie in fächerübergreifenden Projektphasen erarbeitet hatten. Viele Beiträge befassten sich mit Problemen des Umgangs zwischen Deutschen und Ausländern, andere stellten Themen wie „Arm und Reich”, „Mobbing in der Schule” und – ganz aktuell – „Vorbehalte gegen ‚Killerspiele’” in den Vordergrund. Am Tag der Präsentation regten die Vorträge, Kurzfilme, Fotoromane und Wandzeitungen die Besucher an, sich mit dem Thema „Toleranz” in seinen vielfältigen Facetten auseinanderzusetzen und miteinander ins Gespräch zu kommen.   Zu Gast waren neben der Jahrgangsstufe 11 des Gymnasiums auch Schülerinnen und Schüler der Berufsschule und der Höheren Berufsfachschule, die ebenfalls an der Friedrich-List-Schule beheimatet sind, sowie zahlreiche Lehrkräfte.
Pädagogischer Hintergrund des „Kulturtages” ist die angestrebte stärkere Verankerung kreativ-künstlerischer Arbeit im Schulprofil des Beruflichen Gymnasiums. Denn aufgrund ihrer beruflichen Ausrichtung sieht diese Schulform die Fächer Musik, Kunst und Darstellendes Spiel nicht vor – zum Bedauern vieler Schülerinnen und Schüler, welche die aus der Mittelstufe gewohnten musischen Betätigungsfelder vermissen. Begleitet wird der Prozess der Profilbildung im Bereich Schulkultur vom „KulturMobil” des Hessischen Amtes für Lehrerbildung, das die betreuenden Lehrkräfte im Rahmen einer mehrjährigen Fortbildungsmaßnahme zur kulturellen Praxis unterstützt.
„Toleranz” ist in Presse und Öffentlichkeit ein sehr stark beanspruchtes Thema, auf das viele Menschen bereits mit einem gewissen Überdruss reagieren. Entsprechend kommentierte Sonja, eine Schülerin der 11. Klasse, den Leitgedanken des Kulturtags: „In der Schule kann man über Toleranz eigentlich nichts Neues mehr lernen, nach einer guten Erziehung zu Hause bringt man das doch schon mit!”. Dass es jedoch notwendig ist, gerade in der Schule den Blick für das Problem der (fehlenden) Toleranz zu schärfen, zeigt der erste Eintrag, den ein Schüler ins Gästebuch der Ausstellung geschrieben hat: „Toleranz ist ein Zeichen von Schwäche!” – eine Aussage, die eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema geradezu herausfordert. Dafür spricht auch, dass die beteiligten Schüler im Verlauf der Projektarbeit ihr Verständnis des Begriffs „Toleranz” reflektiert und erweitert haben. So äußerte sich Tobias: „Ich dachte, dass ich voll informiert bin über das Thema, aber ich habe erkannt, dass Toleranz im Alltag viele Gesichter hat und es ständig Anlass gibt, darüber nachzudenken.” Auch Aylin zeigte sich überrascht: „Wir haben in der Schule und in der Fußgängerzone eine Umfrage durchgeführt: ‚Was bedeutet für Sie Toleranz?’ – Ich war erstaunt darüber, wie wenige Leute darüber Bescheid wissen und wie wenige überhaupt Wert auf Toleranz legen.”  Bericht: Dr. Kirsten Parche-Kawik / Ulrike Schulz

zurück zum Seitenanfang

Schulbericht Friedrich-List-Schule Wiesbaden

  1. Beschreibung der Projekte des Schuljahres 2005/2006
    • Projekt „Fotoroman”: Gabi Fritz-Ulmer, Ulrike Schulz
      • Lerngruppe: 1 Klasse BG 11, in der Gabi Fritz-Ulmer Deutsch und Ulrike Schulz Englisch unterrichtet
      • Gegenstand: Fotoroman erstellen inspiriert von der gelesenen Lektüre
    • Projekt „Expressionismus”: Heinz Krauss
      • Lerngruppe: BG 13, Heinz Krauss leitet den Deutschkurs und den Literatur-Ergänzungskurs
      • Gegenstand: verschiedene interpretative Umsetzungen des The-mas “Expressionismus” (Pflichtthema 13), z.B. Gestaltung von Texten, Collage, Videoprojekt
      • Ausstellung in der Schule erfolgte im Mai 2006
    • Projekt „Jugend von heute”: Kirsten Parche-Kawik, Dirk Fuhrmann
      • Lerngruppe: 2 Klassen BG 11; beide Lehrer unterrichten in den Klassen Deutsch und Wirtschaft resp. Politik
      • Gegenstand: produktive Auseinandersetzung mit der Ausstellung „Die Jugend von heute” in der Kunsthalle Schirn; z.B. Gestaltung von Texten, Collagen, Filmen
      • Ausstellung in der Schule erfolgte im Juli 2006
  2. Reflexion / Bewertung
    • Statt des großen gemeinsamen Projekts (Kulturtag BG 11) sind meh-rere kleine Einzelprojekte – siehe oben – entstanden, die uns jeweils gut gefallen!
    • sie waren hoch motiviert und haben – z.T. ganz ohne Notendruck – viel zusätzliche freiwillige Arbeit geleistet
    • sie haben die Chance genutzt, sich selbst und einander als kreative, ideenreiche junge Leute zu entdecken, verborgene Talente anein-ander und bei sich selbst zu entdecken
    • sie haben sich – z.T. trotz einer eher „technischen Orientierung” und eher geringer Empfänglichkeit für die Dinge der Kunst und der Literatur auf dem Weg über die eingesetzten Medien den „Kern der Sache” erschlossen
    • sie haben überwiegend lustvoll gearbeitet und die Freiheiten pro-duktiv genutzt (und genossen), die sie im Rahmen der Projektarbeit hatten
    • wir haben begonnen, einen „blinden Fleck” in unserem Schulprofil auszufüllen (berufliches Gymnasium, ohne Musik, ohne Kunst …)
    • wir haben auf einen Bedarf der Schüler reagiert – viele von ihnen empfinden es durchaus als Mangel, dass es ein „kreatives Angebot” von Seiten der Schule schulformbedingt nicht gibt
    • wir haben im Kollegium, bei der Schulleitung auf die erstaunlichen Potenziale vieler Schüler aufmerksam machen können und darauf, dass es sich lohnt, diese Potenziale aufzugreifen
    • wir haben manche Kollegen neugierig gemacht und gezeigt, dass trotz aller Stressfaktoren doch manches möglich ist
    • es war viel Arbeit und Energie nötig, viel Koordinationsaufwand, manchmal auch Überzeugungsarbeit, aber all das hat sich gelohnt
    • wir hatten selbst viel Freude daran, dass die Projekte dank des En-gagements der Schüler ihr Eigenleben entwickelt haben
    • es tut uns gut, die Schüler einmal so zu erleben, neue Facetten an ihnen zu entdecken
    • die Ergebnisse haben uns darin bestärkt, dass wir auf einem guten Weg sind mit dem Vorhaben, „der Kultur” einen höheren Stellen-wert in unserer Schule zu verschaffen
  3. Bedeutung der Projekte für die Schülerfür die Schulefür uns selbst

  4. Ausblick 2006/2007
    • Projektphase Ende des 1. Halbjahres bis 3 Wochen vor Ostern
    • Kulturtag am Ende der Projektphase (Termin wird noch vor den Som-merferien der Abteilungsleitung bekannt gegeben)
    • Motto: „Toleranz”
    • Lerngruppe: gesamter Jahrgang BG 11
    • der 1. Leistungsnachweis 11/2 wird projektbezogen sein
    • Zeitbedarf (prospektiv):
      • 1 Tag Vorbereitung für das Projektteam:
        Beginn der Projektarbeit in der 2. Woche nach den Sommerfe-rien (Sondierung anhand der neuen Stundenpläne: Wer kann zu-sätzlich einbezogen werden von den Kollegen, die mit uns in der Klasse sind; erste Projektvorschläge, Abstimmung Terminpläne Schule/Projekte …)
      • 2 Tage Vorbereitung im Projektteam,
      • 1-2 Tage Vorbereitung des Kulturtags mit den Schülern
      • 1 Tag Kulturtag (Präsentation)

Die Projekte wurden von den folgenden Kolleginnen und Kollegen durchgeführt: Gabi Fritz-Ulmer, Ulrike Schulz, Heinz Krauss, Kirsten Parche-Kawik, Kira Berendes-Schirmer, Tanja Littig

Mehr Info: große Auswahl von Kinderartikel bei baby-land.de

0 Kommentare
Veröffentlicht in Allgemein

Kommentieren

Kommentieren

oder abbrechen